Fragebogen Sabine Thomsen

Wie sind Sie zur Mediation gekommen?
Die Mediation hat mich gerufen, als ich dabei war, mein Berufsbild als Anwältin zu entwerfen. Mir war klar, dass das rechtliche Instrumentarium oft nicht ausreicht, um Konflikte wirklich zu lösen.

Was ist für Sie das Besondere an der Mediation?
Dass sie die Größe jedes Einzelnen auch im Konfliktfall sieht und anerkennt. Dass sie unterschiedlichen Wirklichkeiten Raum gibt und dass jede/r zu Worte kommt.

Was halten Sie für die wichtigste Eigenschaft eines Mediators?
Neutralität in einem weiten Sinne - also nicht nur Nicht-Parteilichkeit, sondern die Bereitschaft, sich jedweder Bewertung zu enthalten - bzw. zu wissen, dass Bewertung dem Mediator/der Mediatorin nicht zusteht.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in der Mediation?

Kann ich so nicht sagen. Mich berührt es immer aufs Neue, wenn ein „shift"
stattfindet - also die Parteien beginnen, ihre Wirklichkeit auf andere
Weise wahrzunehmen, so dass etwas Neues entstehen kann (neue Ideen, neue Lösungsansätze, neue Verhandlungsangebote)

Was war die schwierigste Situation, die Sie in der Mediation erlebt haben?
Als jemand mit seiner Dienstpistole in die Mediation kam.

Was raten Sie jemanden, der zurzeit in der Mediationsausbildung ist und auf der Suche nach geeigneten Fällen ist?
Bei jedem eigenen Konflikt in Mediation zu gehen und so zu erkennen,
wieviele Felder es für Mediation gibt.

Ihr Motto als Mediator (und darüber hinaus)?
"To be imperfect is an act of piety" von John Haynes - es gibt noch viele
andere, je nach Fall und Tagesform.




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