Fragebogen Ilse Osterfeld

Wie sind Sie zur Mediation gekommen?
Ein Artikel in der örtlichen Zeitung: „Meditionsausbildung für Kaufleute, Juristen und alle, die sich entwickeln wollen“ – und es löste eine Euphorie in mir aus – JA, ich wolltel mich entwickeln. Ich hatte die Gewissheit, dass ich mich nicht angesprochen fühlte als Volljuristin, die ich war, auch nicht als Personalreferentin, die soeben zur Betreuung Ihrer Zwillinge Sonderurlaub genommen hatte. ICH wollte mich entwickeln- Jetzt! und ab dann fielen mir die Mediations-Fälle zu. „Zu-Fall“

Was ist für Sie das Besondere an der Mediation?
Mit der Entscheidung für die Mediation treffen die Menschen eine Entscheidung – oft aus tiefster Not oder Verzweiflung. Damit entsteht ein neuer Raum. Was dann entsteht bezeichnet für mich so treffend Prof. Sander von der Havard-Law-School mit „Mediation- it’s such a powerful process“. Wenn es gelingt, den Raum zu geben und zu halten, im Vertrauen auf diesen Prozess und seine Kraft zu beginnen und zu bleiben, die Struktur zu nutzen für Kreativität, Beziehung herzustellen in Tiefe und Ehrlichkeit, dann gibt es diese „Wende-Kraft“ wie ich sie nenne. Ich muss nicht an Wunder in der Mediation glauben, ich weiß um sie und habe sie oft erlebt.

Was halten Sie für die wichtigste Eigenschaft eines Mediators?
Das Miteinander von Klarheit, empathischer Wahrnehmungsfähigkeit und Präsenz gepaart mit einer guten Portion Humor.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in der Mediation?
Immer wieder ist es dieser besondere Moment, wenn Menschen tief berührt sind in der Begegnung mit sich selbst und mit dem anderen und daraus diese „Wende“ entsteht. Oft ist es dann ganz still im Raum – es gibt diesen heiligen Moment- auch und gerade in Wirtschaftsmediationen in der Geschäftsführung und in Teams.

Was war die schwierigste Situation, die Sie in der Mediation erlebt haben?
Wenn leichte Fragen genau den wundesten Punkt treffen, zB. auf die Frage „Worüber möchten Sie hier nicht reden?“ die Antwort an die Schwester: „Dass Du mir wieder vorwirfst, dass Dein Kind ertrunken ist, als ich auf es aufgepasst habe“.

Was raten Sie jemanden, der zurzeit in der Mediationsausbildung ist und auf der Suche nach geeigneten Fällen ist?
Die Begeisterung, den Zauber des Anfangs zu nutzen, um andere Menschen damit neugierig zu machen. „Sei Du selbst die Veränderung, die Du im Außen sehen willst“ (Mahatma Ghandi) – also sei Du selbst begeistert, damit Du andere von der Mediation begeisterst.

Ihr Motto als Mediator?
Es gibt immer einen guten Grund. Vertraue, dass das was gerade passiert, genau das Richtige ist und „es sich zum Besten fügen wird“.



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